Nun wird nicht jeder unserer Besucher unser Dorf Atterwasch kennen. Wenn man in einer Stadt, wie zum Beispiel Berlin, erwähnt, dass man aus Atterwasch kommt, sind die typischen ersten Fragen diese : Liegt das noch in Deutschland? Habt Ihr dort schon Strom und fließend Wasser? Wisst Ihr eigentlich, dass es die Mauer nicht mehr gibt? Dass dieser Ort keinesfalls hinterm Mond liegt und trotzdem eine große Geschichte hat, überrascht dann die meisten.
1994 gab es eine dreiwöchige Feier anlässlich des 700-jährigen Bestehens Atterwasch. Obwohl diese Aussage nicht ganz korrekt ist. Denn unser Dorf wurde 1294 nicht erbaut oder gegründet. Die älteste urkundliche Erwähnung des Dorfes fand man aus dieser Zeit. Ganz genau datiert ist sie auf den 27. September 1294 und wurde einem Brief des Markgrafen Dietrich entnommen. Vermutlich gegründet wurde der Ort in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, jedoch nicht an der Stelle des heutigen Dorfes (laut Dr. habil. H.-D. Krausch). Mittelalterliche Funde, wie z.B. Scherben, machen deutlich, dass sich um 1220 dann die heutige Dorfanlage entwickelte.
Die Geschichte Deutschlands ging auch an Atterwasch nicht folgenlos vorüber. So wurde der Ort im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) stark in Mitleidenschaft gezogen. Viel ließ dieser Krieg nicht stehen vom damaligen Atterwasch. Doch schon 20 bis 30 Jahre später hatten es die Dorfbewohner geschafft, ihren Heimatort wiederaufzubauen. Auch die große Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert erreichte Atterwasch. Der Gubener Schüler Ernst Tillich, vermutlich Sohn eines Lehrers und später als "Märkischer Pestalozzi" in die Geschichte eingegangener Pädagoge, versuchte, die Dorfbewohner des biederen Ortes von den typischen Ideen der Aufklärung wie "Kritik der Vernunft" oder "Kritik der Religion" zu überzeugen. Nach Einschreiten des Atterwascher Pfarrers dann widerrief Tillich seine Aussagen, um der unangenehmen Situation zu entkommen. Aufschluss über diese Ereignisse geben, wie so oft, die Atterwascher Kirchenbücher und ein darin enthaltenes Protokoll.
Blick auf die Kirche des Dorfes ...
Doch nicht nur geschichtliche Epochen prägten das Dorfgeschehen, auch hoher Besuch beehrte Atterwasch. So kann man davon ausgehen, dass Anfang des 19. Jahrhunderts Kaiser Friedrich Wilhelm III. in Atterwasch war. Davon zeugt eine Eintragung in der Preußischen Agende im Pfarrarchiv. Und wie eng verbunden Atterwasch auch noch heute mit dem Weltgeschehen ist, zeigte der Besuch der damaligen brandenburgischen Sozialministerin Regine Hildebrandt im Jahre 1994.
Einst lag Atterwasch im Herzen Deutschlands. Auch wenn das seit 1945 nicht mehr so ist, gibt es keinen Grund zu der Annahme, an uns sei der Puls der Zeit vorbeigegangen. Ein Besuch würde dies nur allzu deutlich zeigen ...
to be continued ...